Die Geschichte
Von der Industrie zum Tourismus: Jahrhunderte des Wandels
Eine Geschichte von Wasser und Industrie
Die Geschichte von Campione del Garda ist eng mit dem Wasser und der Industrie verbunden. Bereits seit dem 16. Jahrhundert beherbergte der Ort Mühlen, Papiermühlen und Schmieden, die die Kraft des Wildbachs San Michele nutzten. Nach einer Zeit des Niedergangs und einer fast vollständigen Entvölkerung im 19. Jahrhundert erlebte Campione dank der Industrialisierung eine plötzliche Wiedergeburt.
Das Industriezeitalter
Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Ort als Standort einer großen Baumwollfabrik ausgewählt und verwandelte sich rasch in ein autarkes Arbeiterdorf. Diese Phase prägte die städtebauliche, soziale und kulturelle Struktur des Ortes tief, der fast ein Jahrhundert lang mit der industriellen Tätigkeit verbunden blieb.
Die 1896 von Giangiacomo Feltrinelli gegründete Baumwollfabrik bedeutete eine wahre Revolution für Campione. Es wurden Häuser für die Arbeiter, eine Kirche, ein Theater, ein Internat und ein Werksladen errichtet. Der Ort verwandelte sich in eine autarke Gemeinschaft, ein typisches Modell eines Arbeiterdorfs jener Zeit.
Chronologie
Erste Papiermühlen und Mühlen am Wildbach San Michele
Die Familie Archetti erwirbt die Werkstätten und eröffnet eine Spinnerei
Ein Hochwasser zerstört die alten Werkstätten
Feltrinelli gründet die Baumwollfabrik
Endgültige Schließung des Werks
Touristische Neugestaltung des Ortes
Die Schließung der Fabrik im Jahr 1981 führte zu einer neuen Zeit der Krise und des Verfalls, bis in den folgenden Jahrzehnten Versuche zur touristischen Umnutzung unternommen wurden.
Heute hat Campione del Garda eine neue Identität als Reiseziel für Wassersport und Naturtourismus gefunden und bewahrt zugleich die sichtbaren Spuren seiner industriellen Vergangenheit in der Architektur des Ortes.