Die Baumwollfabrik
Ein Denkmal der Industriearchäologie am Gardasee
Der Industriekomplex
Die Baumwollfabrik von Campione del Garda wurde 1896 gegründet und war einer der bedeutendsten Industriekomplexe am Gardasee. Die Anlage nahm einen Großteil der ebenen Fläche des Dorfes ein und nutzte die Wasserkraft des Baches San Michele, um die Maschinen anzutreiben.
Das Arbeiterdorf
Rund um die Fabrik entstand ein echtes Arbeiterdorf mit Wohnhäusern, Schule, Kirche, Theater, Werksladen und Gemeinschaftseinrichtungen. So wurde Campione zu einer "company town", einem für die damalige Zeit fortschrittlichen sozialen und wirtschaftlichen Modell.
Das Dorf war ein Beispiel rationaler Stadtplanung: Die Arbeiter wohnten in eigens errichteten Häusern und konnten Gesundheits-, Bildungs- und Freizeitdienste nutzen. Die Gemeinschaft war autark, mit einer eigenen, vom Unternehmen verwalteten internen Wirtschaft.
Merkmale des Komplexes
Produktionsanlage
Über 10.000 m² überdachte Fläche
Arbeiterhäuser
Wohnungen für Hunderte von Familien
Sozialeinrichtungen
Schule, Kirche, Theater, Krankenstation
Wasserkraft
Vom Bach San Michele angetriebene Turbinen
Die Schließung und das Erbe
Die Baumwollfabrik blieb bis 1981 in Betrieb, als die Krise der Textilbranche ihre endgültige Schließung verursachte und ein architektonisches und historisches Erbe hinterließ, das noch heute im Dorf sichtbar ist.
Heute sind die Gebäude der Baumwollfabrik teilweise umgenutzt worden, ihre imposante ursprüngliche Struktur ist jedoch erhalten geblieben. Der Komplex gilt als eines der bedeutendsten Beispiele der Industriearchäologie Norditaliens.